Die richtige Lagerung von Bier.

Bitte Kühl und dunkel lagern!

Dass Bier nach Möglichkeit kühl und dunkel gelagert werden sollte, ist in der heutigen Zeit nicht mehr allen Konsumenten bewusst. Vielfach werden Biere nur vor dem Genuss gekühlt, um damit die optimale Trinktemperatur zu erreichen. Es ist jedoch im Sinne der Brauereien und vor allem auch des Biergenusses, dass Biere möglichst bei optimalen Bedingungen von der Brauerei zum Konsumenten ins Glas gelangen.

Für Fachleute ist es klar, dass Bier möglichst frisch genossen werden sollte und dass es bei suboptimaler Lagerung an Qualität einbüssen kann. Es ist wichtig, dass diese Erkenntnis auch den Konsumenten wieder vermehrt bewusst wird. Bis Ende des 19. Jahrhunderts war es nahezu unmöglich, geschmacklich stabile Biere zu brauen, welche lange haltbar waren. Wollte der Konsument ein gutes Bier trinken, musste er es möglichst frisch ab Brauerei beziehen. Erst verschiedene technische Neuerungen wie die Erfindung der Kältemaschine, die Einführung der Filtration oder die Hefereinzucht machten einen neuen Biertypus möglich: das filtrierte helle Lagerbier. Dieses Lagerbier konnte auf-grund seiner Stabilität exportiert werden, wurde beliebt und binnen kurzer Zeit zum Weltgetränk.

Das Bier war mikrobiologisch länger stabil. Zudem konnte verhindert werden, dass filtriertes Bier innert kurzer Zeit wieder trüb wurde. Entsprechend war es den Brauereien möglich, immer längere Mindesthaltbarkeitsdaten auf ihren Bieren anzugeben. Ein nicht ganz gelöstes Problem ist jedoch das Aufrechterhalten der Geschmacks- und Aromastabilität im Bier. Bier kann trotz immer besseren und luftdichteren Verpackungen nie komplett von Umwelteinflüssen geschützt werden. Diese Umwelteinflüsse können einen negativen Einfluss auf das Geschmackserlebnis haben.

Beim Abfüllen des fertigen Bieres in das Verkaufsgefäss werden in der Brauerei Qualitätskontrollen gemacht. Erst wenn die Qualität des Bieres für gut befunden wird, verlässt das Bier die Brauerei. Ab diesem Zeitpunkt sind die Faktoren Zeit, Licht und Temperatur entscheidend für die geschmackliche Stabilität des Bieres. Das Bier sollte möglichst bei all seinen Stationen kühl und dunkel gelagert werden. Ist es zuhause beim Konsumenten angekommen, gilt zusätzlich die Devise, dass das Bier in der Regel möglichst bald zu geniessen ist.

Eine Ausnahme sind Bierspezialitäten, die so gebraut sind, dass sie über längere Zeit aufbewahrt werden können. Diese sogenannten „Vintage Beers“ verändern bei der Lagerung und Reifung über Jahre ihren Geschmack. Meist verfügen diese Bierspezialitäten über einen Alkoholgehalt von mehr als 6 % vol, dieser konserviert, verlangsamt die Alterung und unterstützt Aromen. Für eine Lagerung geeignet sind Bierstile wie Barley Wines, Sauerbiere, Bockbiere oder Imperial Stouts.

Für die am meisten getrunkenen Bierstile wie Lager und Spezial gilt jedoch, dass sie frisch am besten schmecken. Und es gilt hier, dass eine optimale Lagerung diese Biere länger frisch hält. Sowohl Brauereien, Gastronomen, Detailhändler wie auch Konsumenten wollen schlussendlich ein Bier, das möglichst hohe Qualität besitzt und zu einem Trinkgenuss führt. Deshalb möglichst daran denken, dass Bier kühl gehalten, dunkel gelagert und bald genossen wird.

Quelle: Dr. Michael Zepf: „Frisches Bier: ein Slogan aus den 1970er-Jahren – heute wichtiger denn je“, Brauwelt Nr. 14 (2019)